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Ruegen Informationen arrow Ruegen Informationen arrow Glowe auf Ruegen Samstag, 19. Mai 2012
Glowe auf Ruegen
Der flächenmäßig größte, längste und feinste Strand Rügens nimmt unbestritten in Glowe seinen Anfang. Das 1314, vermutlich von einem slawischen Chronisten erstmalig schriftlich verewigte Fischerdorf, ist das geographische Eingangstor der Schaabe. Als Landverbindung zwischen den beiden Halbinseln Wittow im Norden und Jasmund im Süden, existiert die fast 8 Kilometer lange Passage erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Ergebnis der immer stärkeren Verlandung einer ehemals bestehenden Meeresöffnung zwischen dem Großen Jasmunder Bodden und der ostseeseitigen Tromper Wiek. 

Den Kiefernwald der Schaabe legte man vor anderthalb Jahrhunderten hier an, um die entstandenen Dünen zu befestigen. Der heutige Name Glowes leitet sich vom slawischen "glowva" ab und bedeutet soviel wie Kopf und gibt einen deutlichen Hinweis auf die frühere Lage des 2 Kilometer langen, aber dafür schmalen Ortes, am 9 Meter hohen „Königshörn“.Für die Namensgebung der imposanten Meeresbucht zwischen dem Kap Arkona und dem Kap Königshörn soll ein niederländischer Admiral Pate gestanden haben, der im Jahre 1673 zusammen mit einem Admiral de Ruyter eine englisch-französische Flottenformation besiegt hatte. Schauplatz dieser Seeschlacht war mit Sicherheit nicht die Ostsee, aber es wir gemutmaßt, daß 11 in die Kampfhandlungen involvierte Fregatten des „Großen Kurfürsten" Friedrich Wilhelm von Brandenburg unter Befehl von Admiral van der Tromp am 13. September 1678 vom Festland kommend, mit weiteren 289 Schiffen bei Neukamp auf Rügen landete. Ob es dabei um eine echte Landung oder nur eine vorgetäuschte militärische Finte zur Irritation des Gegners handelte, vermeldet die Geschichtsschreibung nicht eindeutig. Zwar ist Glowe heute verkehrstechnisch gesehen ein Transitortschaft, aber Station machen lohnt sich nicht nur für Badelustige, die seit Ende des 19. Jahrhunderts die herausragenden Möglichkeiten des Badebetriebes entdeckt haben, sondern der am 20. Mai 2000 eingeweihte Hafen bietet Freizeitskippern und Petrijüngern seither eine moderne und zweckmäßige Heimstatt. Der neudeutsch offiziell genannte „Wasserwander- Rastplatz" verfügt auf 20 000 Quadratmetern und insgesamt 400 Metern Anlegestege Platz für über 81 Liegeplätze für Dauerlieger und Tagesgäste. Die hier jährlich stattfindenden Hafen-, Sanddorn- und Sommersonnenwendfeste sind beinahe schon legendär. Reichlich Platz für allerhand gute Laune gibt es im Gegensatz zu anderen Festorten auf Rügen hier en mass. Außer der Sportschiffahrt haben mehrere Berufsfischer ihren Anlegeplatz im Hafen (wirklich frischer Fisch ist also immer garantiert) und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat aus gutem Grund hier das Seenotrettungsboot „Siegfried Boysen" stationiert. Die fischreiche Küste und die vorgelagerte Arkonasee locken natürlich viele Hobbyangler, aber bei der Jagd auf Hering, Hornhecht, Flunder und neuerdings auch Lachs und Meerforelle, haben die manchmal tückischen unterseeischen Strömungen vor dem Kap Arkona schon manchen allzu leichtfertigen Touristen samt unterdimensioniertem Angelkahn in arge Not geraten lassen! Seit 1927 bildet Glowe mit Bobbin, Polchow und Ruschvitz eine selbständige Gemeinde. Für Reisende in Richtung Glowe ist das Schloß Spyker hinter Bobbin (mit seiner um 1400 errichteten Kirche aus Feldsteinen) nicht zu übersehen. Die verbriefte Geschichte dieser wunderschönen Schloßanlage begann mit der erstmaligen Erwähnung anno 1318, dessen Besitzer eine Stralsunder Patrizierfamilie namens von Külpen war. 1344 heiratete eine Tochter derer von Külpen einen Herrn von Jasmund. Dieses Paar begründete auf Spyker den Spykerschen Zweig derer von Jasmund, der 1648 kinderlos starb. Mit dem freigewordenen Besitz belehnte Königin Christine von Schweden 1649 den Generalfeldmarschall und späteren Generalgouverneur über Schwedisch—Pommern, Carl Gustav von Wrangel, als Dank für seine Verdienste während des Dreißigjährigen Krieges. Dieser gestaltete das Anwesen von einer wehrhaften Burg mit Graben zu dem heutigen Schloß. Er ließ die Räume der „Bel Etage“ mit prachtvollen Stuckdecken schmücken und die Mauern des Schlosses mit eigentlich einem für Rügen untypischen roten Putz versehen. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde auch der Park angelegt. Hinter dem Schloß erstreckte sich ein großer hübscher Garten, angelegt in quadratische Quartiere. Die altehrwürdigen Mauern könnten sicher noch eine Menge mehr über das Geschehen vergangener Jahrhunderte erzählen. In der Neuzeit erfuhr das Schloß seit 1990 eine Nutzung als Hotel und 1995 wurde es anhand historischer Vorlagen restauriert und ist heute mit seinen wechselnden Konzertangeboten in kleinem Kreis, ein kultureller Geheimtip. Während der Ortsteil Polchow ab 2005 für Touristen, welche per Rad die Umgebung von Glowe erkunden wollen, nach langjährigen Diskussionen tabu ist, sollte man sich Ruschvitz keinesfalls entgehen lassen. Der Sage nach soll das der Geburtsort eines gewissen Klaus Störtebeker sein!

Wir danken der Redaktion des Altstadt Hotel zur Post in Stralsund für die Entwicklung der Informationen zur Region Rügen & Stralsund.
Das Hotel selbst empfiehlt und betreibt  Ferienwohnungen & Ferienhäuser auf Rügen und in Stralsund .
So auch in Glowe

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